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Gesine Meißner: Ressourcenabbau in der Tiefsee benötigt eine internationale Meerespolitik nach europäischem Vorbild

„70 Prozent der Erdoberfläche sind von Wasser bedeckt und langsam wird uns bewusst, welchen Schatz wir hier direkt vor unserer Tür haben. Ob Gebietsansprüche in der Arktis, Hoheitsrechte in Asien oder Rohstoffvorkommen in den Überseegebieten, der Fokus verschiebt sich gerade weltweit vom Land aufs Meer“, erklärte Gesine Meißner, Präsidentin der Intergroup Seas, Rivers, Islands and Coastal Areas des Europäischen Parlaments, anlässlich der heutigen Konferenz Governing Ocean Ressources – What role for Europe?

„Es ist eindeutig, dass die Tiefen der Meere enorme Chancen und Herausforderungen bieten. Sie werden in Zukunft eine Schlüsselrolle bei der Gewinnung verschiedenster Rohstoffe und Materialien spielen. Aber dies birgt auch Gefahren, die wir unbedingt frühzeitig auf internationaler Ebene angehen sollten, gerade um rechtliche Sicherheit zu schaffen. Dafür brauchen wir mehr Investitionen in Forschung und eine internationale Meerespolitik, die eine verantwortungsvolle Bewirtschaftung der Meere sicherstellt“, forderte Meißner.

Klaus Töpfer, der frühere Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) und heutige Exekutivdirektor des Instituts for Advanced Sustainability Studies (IASS), führte weiter aus: „Auch im Bereich der Meerespolitik brauchen wir mehr Transparenz und müssen Wissenschaft und Öffentlichkeit stärker einbinden. Außerdem sollten wir uns weltweit auf einige gemeinsame Grundprinzipien einigen, gerade bezüglich Vorsorge und Haftung bei Umweltschäden.“

Zu der Veranstaltung in der Ständigen Vertretung Portugals hatten die Intergroupmitglieder Ricardo Serrao Santos und Gesine Meißner gemeinsam mit dem Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM) und dem IASS geladen, um vor rund 100 Teilnehmern über die technischen Möglichkeiten und Herausforderungen der Rohstoffgewinnung in der Tiefsee zu diskutieren.

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