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Hermann Grupe: Politik muss Milchbauern bei der Erschließung neuer Absatzmärkte helfen

Hannover. Der landwirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Hermann Grupe, fordert mehr Engagement der Politik zur Erschließung neuer Absatzmärkte für deutsche Milch. „Mit dem Russland-Embargo hat die Politik zusammen mit immer stärkeren Auflagen für Landwirte massiv in den Markt eingegriffen und für die derzeitige Situation erst gesorgt. Nun darf sie die Landwirte nicht alleine lassen“, so Grupe. Mit einem Preiseinbruch um satte 6 Cents habe die Russlandpolitik in den Monaten August bis Dezember 2014 auf die Märkte durchgeschlagen. Nach dem Ende der Milchquote im April 2015 sei der Auszahlungspreis dagegen nur um gut einen Cent gefallen.

Zahlungen der EU an Landwirte, die freiwillig ihre Milch vom Markt nehmen, wie sie der niedersächsische Agrarminister vorgeschlagen hatte, hält Grupe nicht für sinnvoll. „Die Quotenpolitik hat die Betriebe viel Geld gekostet und eher der Verbilligung der Milch gedient, als die Erzeugerpreise zu stabilisieren“, sagte er.  Es sei nun an der Zeit, dass die Politik sich zielgerichtet einsetze und es eine europaweite Lösung der Problematik gebe.

Hintergrund: Wegen eines Überangebots von Milch kostet der Liter im Supermarkt teilweise derzeit nur noch 55 Cent, die Bauern erhalten davon rund 27 Cent. Vor einem Jahr waren es noch beinahe 40 Cent pro Liter. Durch das Wirtschaftsembargo für Russland ist ein wichtiger Absatzmarkt für deutsche Milch weggefallen. Der EU-Agrarkommissar und der Bauernverband schlagen vor, statt einem Rückfall zu Quotenregelungen neue, internationale Absatzmärkte für die europäischen Milchbauern zu erschließen.

 

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