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Hermann Grupe: Reserveantiobiotika nicht der Tierhaltung entziehen – Falsche Schuldzuweisung verhindern

Hannover. Der agrarpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Hermann Grupe, hat sich gegen einseitige Schuldzuweisungen an die Landwirtschaft bei Anitbiotikaresistenzen ausgesprochen. „Es wird endlich Zeit, dass sich Tierhalter und Humanmediziner an einen Tisch setzen, um eine übergreifende Resistenzvermeidungsstrategie zu entwickeln“, sagte Grupe. Ansonsten drohe, dass die wahren Zusammenhänge über die Ursachen multiresistenter Keime verschleiert werden. „Die Keime könnten sonst zu einer Gefahr für Gesundheit und Leben von Menschen werden“, sagte Grupe.

Der FDP-Agrarexperte betonte erneut, dass laut Robert Koch Institut zwischen 2010 und 2013 lediglich 2 Prozent der MRSA-Fälle auf landwirtschaftliche Nutztiere zurückzuführen waren. Reserveantibiotika hätten ihre Bezeichnung nicht deswegen, weil sie grundsätzlich für den Einsatz in der Humanmedizin reserviert sind, sondern weil sie den Fällen vorbehalten bleiben sollen, in denen bei schweren Erkrankungen die Antibiotika der ersten Wahl nicht mehr wirken – sowohl in der Human- als auch in der Tiermedizin, so Grupe. Um den Einsatz von Antibiotika zu reduzieren, könnten wirkungsvolle Maßnahmen in der Landwirtschaft etwa die Errichtung moderner Stallbauten sein. Damit könnten sowohl Fortschritte beim Tierwohl als auch ein besseres Stallklima zur Verbesserung des Gesundheitsstatus der Tiere erreicht werden. „Die Landwirte sind da bereits sehr bemüht“, betonte Grupe. Er wünsche sich deshalb, dass nicht immer nur auf der Tierhalung „rumgedroschen“ werde. „Sonst sind die Menschen irgendwann der Meinung, man müsse nur auf einer Demo gegen Landwirte schimpfen, um etwas gegen Anitbiotikaresistenzen zu tun.“

Hintergrund: SPD und Grüne haben am Freitag einen Antrag in den Landtag eingebracht, der sich dafür ausspricht, dass Reserveantibiotka der Humanmedizin vorbehalten sein sollen. Die FDP-Fraktion hat mit ihrem Entschließungsantrag aus dem März 2015 bereits einen bereichsübergreifenden Ansatz in den Landtag eingebracht (Drucksache 17/3123), in dem gefordert wird, dass Tier- und Humanmediziner an einem Tisch zusammenkommen, um eine übergreifende Resistenzvermeidungsstrategie zu entwickeln

 

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