Skip to main content

Jan-Christoph Oetjen: Selbstregulierung stärken – Sanktionsspirale bei Fußballspielen vermeiden

Hannover. Der sportpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Jan-Christoph Oetjen, kritisiert die Vorschläge des Niedersächsischen Innenministeriums nach dem angekündigten Ausschluss von Gästefans bei den beiden kommenden Derbys zwischen dem VfL Osnabrück und Preußen Münster in der 3. Liga. „Personalisierte Eintrittskarten und verpflichtende Busanreisen treffen ebenso den Großteil der friedlichen Fußballfans wie der Teilausschuss von Zuschauern. Diese Maßnahmen werden als restriktiv wahrgenommen und verstärken Solidarisierungseffekte. Zu einer stärkeren Selbstregulierung in den Kurven führen die Vorschläge des aber nicht. Die Stärkung der moderaten und gesprächsbereiten Fans ist jedoch mehr denn je gefragt. Hier sollte angesetzt werden“, so Oetjen, der zugleich eine Stärkung der Fanprojekte ins Spiel brachte. Dazu hatte die FDP bereits einen eigenen Antrag in den Landtag eingebracht.

Anfragen der FDP-Fraktion im Niedersächsischen Landtag hatten in den vergangenen Monaten gezeigt, dass das Land sich die Ausweitung des Modells verpflichtender Busanreisen für Gästefans bei Risikospielen vorstellen kann und dieses Modell den Vereinen vorschlagen werde. Das Modell kam in der vorletzten Saison auf Druck des Innenministeriums in der ersten Bundesliga bei der Partie zwischen Eintracht Braunschweig und Hannover 96 zum Einsatz und hatte zu mehreren erfolgreichen Klagen von Fußballfans geführt.

Aus Sicht der FDP-Fraktion bestehen mit der individuellen Sanktionierung durch das Strafrecht, bereits  bewährte Instrumente, um Gewalt im Fußball zu begegnen. „Gewalt möchte niemand sehen, weder im Stadion noch auf Anreisewegen. Man wird Gewalt jedoch nie gänzlich verhindern können. Eine deutliche Reduzierung muss das gemeinsame Ziel sein. Wir brauchen dazu keine neuen Gesetze oder Maßnahmen, sondern müssen die bestehenden Konzepte einfach konsequenter anwenden“, fordert Oetjen. Die Erkenntnisse laufender wissenschaftlicher Projekte zur Konfliktvermeidung und Selbstregulierung, an denen sich auch Fans niedersächsischer Standorte beteiligen, sollten vielmehr durch das Innenministerium, die Verbände und Vereine geprüft und in eine Diskussion mit allen relevanten Akteuren, insbesondere den Fans, einbezogen werden.

Den Ausschluss von Gästefans bei den nächsten Derbys zwischen Osnabrück und Münster sieht die FDP-Fraktion zumindest kritisch. „Für solch weitreichende Entscheidungen braucht es einen Austausch aller relevanten Akteure. Die Aussagen einzelner zeigt jedoch, dass anscheinend nicht alle hinreichend in die Diskussion und Entscheidung einbezogen wurden“, so Oetjen.

Den Vorschlag des Innenministers, das nächste Derby zwischen Osnabrück und Münster auf ein Wochenende und damit auf eine frühere Anstoßzeit zu verlegen, wird von Oetjen begrüßt.

Hintergrund: In dieser Saison finden die beiden Derbys zwischen dem VfL Osnabrück und Preußen Münster ohne Gästefans statt. Die Vereine und der DFB haben sich gemeinsam mit den zuständigen Polizeibehörden auf diesen Weg verständigt, wie das Innenministerium mitteilte.

 

Zurück