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Jörg Bode: Wo bleibt der selbsternannte Chefaufklärer Weil? – FDP stellt Anfrage zu möglicher Ausweitung der VW-Abgasaffäre

Hannover. Die FDP-Fraktion will mit einer Anfrage im Landtag die Rolle von Ministerpräsident Stephan Weil in der VW-Abgasaffäre näher beleuchten. Hintergrund sind die Medienberichte über eine mögliche Ausdehnung der Affäre auf einen weiteren Motorentyp. Weil hatte in einer Regierungserklärung im Landtag nur von dem bisher bekanntermaßen manipulierten Motor EA189 gesprochen. „Das ist schon bedenklich, wenn Weil doch immer vorgibt, die Aufklärung bei VW voran zu treiben. Wir fragen uns, ob er mit seiner Unterrichtung im Landtag der verfassungsmäßigen Vorgabe einer wahrheitsgetreuen und vollumfassenden Informationspflicht nachgekommen ist“, sagte der FDP-Fraktionsvize Jörg Bode. Schließlich müsse Weil doch innerhalb des Konzerns zumindest mal nachgehakt haben, ob auch weitere Motorentypen betroffen sind.

Volkswagen hatte zuvor mehrfach öffentlich erklärt, dass der Motor EA288 nicht von der Abgasaffäre betroffen sei. „Wie kann eine solch ungeprüfte Information von Weil nicht hinterfragt werden? Damit lässt er heute weitere VW-Kunden im Unklaren, ob sie Opfer der Betrugsmasche von Volkswagen geworden sind“, so Bode. Der FDP-Politiker betonte, dass der Ministerpräsident zu wenig unternehme, um Verbraucher in der Affäre besser zu schützen. „Wo bleibt der selbsternannte Chefaufklärer? Warum unternimmt Weil nicht mehr, um den Verbraucher zu schützen?“ Er bezeichnete es auch als eine Farce, das erst jetzt der Verkauf der manipulierten Dieselautos gestoppt worden ist. Bode: „Wir erwarten von Ministerpräsident Weil, dass er endlich auch den Verbraucher in den Blick nimmt und nicht nur die Konzernstrategie politisch weitergibt.“

Hintergrund: Am Donnerstag wurde bekannt, dass auch frühe Versionen vom Nachfolger des VW-Skandalmotors EA189 möglicherweise von der Abgas-Affäre betroffen sein könnten. Derzeit untersuche Volkswagen auch die anfängliche Variante des ab 2012 eingesetzten EA288 mit Euro-5-Norm, sagte ein Konzernsprecher am Donnerstag der Deutsche Presse-Agentur. 

 

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